Donnerstag, 6. März 2014

Neuer Song: Begegnungen


Langsam nimmt unser Repertoire Formen an. "Cordula, du bräuchtest noch ein Solo" "Bitte etwas melancholisches. Ich liebe solche Lieder."

Abends sitze ich am Schreibtisch und suche nach einem geeigneten Thema. Eigentlich ist es schade, denke ich, dass man die vielen Menschen, die einem täglich begegnen nicht wirklich kennen lernt. Hunderte von spannenden Geschichten und inspirierenden Gedanken rauschen unentdeckt an einem vorbei. Ein Meer an bunten Persönlichkeiten, die in der Menge einfach untergehen ...

Wie schön wäre es da, wenn einer herausbrechen und Kante zeigen würde.

Begegnungen
(Text und Musik: Guido Vincent von Weber)

Ref. Manchmal hab' ich einfach das Gefühl,
daß wir untergeh'n in dem Gewühl.
Willst du wissen was ich dann tu?
Dann hör' jetzt zu.

1. Ich fahr' mitten auf 'ne Kreuzung, aus dem Fenster halt' ich 'nen Fön.
Ob sie langsamer werden oder bremsen, das möcht' ich seh'n.
Und wenn das dann geschieht
weiß ich, dass es mich gibt.

2. Im Kaufhaus ruf' ich mich selbst aus,
lauf' ständig im Kreis herum und ruf dabei': "G'radeaus!"
Und wenn sie das dann verstört
weiß ich, sie haben mich gehört.

Ref. Manchmal kann ich einfach nicht versteh'n,
dass Menschen sich begegnen, ohne sich zu seh'n.
Willst du wissen, was man dann macht?
Dann gib jetzt acht.

3. Eine Rundmail im Büro: "Falls ihr mich sucht, ich bin auf dem Klo."
In der Kantine sprech' ich die Menschen an: "Sind sie 'ne Frau oder ein Mann?"
Und wenn sie dann auf mich zeigen
weiß ich, der Eindruck wird bleiben.

4. In der Oper sing ich mit - gegen den Takt.
Entwickel 'ne Wahnsinnsangst vor dem letzten Akt.
Und wenn jeder mich angafft
weiß ich, ich hab' es wieder mal geschafft.




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Donnerstag, 27. Februar 2014

Geburtstag in der Künstlerkolonie

Die Überraschung ist gelungen - das Geburtstagskind strahlt vor Glück
Ganz München ist von Yuppies besetzt ... Ganz München? Nein! Eine von unbeugsamen Künstlern bevölkerte Kolonie  ...

Direkt vor den Toren Münchens liegt die stillgelegte Acetylen-Fabrik. Als ich durch das Tor schreite tauche ich in eine andere Welt ein. In die alten Fertigungs- und Lagerhallen haben Künstler ihre Ateliers und Lofts gebaut. Rigipswände und Parkettböden zwischen Ladekränen und Stahlkesseln. Es ist eine sehr eigene und fesselnde Atmosphäre.

Ein Blick auf meinen Notizzettel bestätigt die letzten Zweifel - Straße und Hausnummer führen zu dem ehemaligen Industriegelände. Hier drinnen haben alle Gebäude dieselbe Adresse. Ich fühle mich seltsam an unseren letzten Auftritt erinnert und beginne die drei Hektar kultivierter Kreativität abzulaufen. Aus den beleuchteten ehemaligen Baracken und Hallen strömt überall gesellige Umtriebigkeit. Dann entdecke ich Cordula in einer kleinen fröhlichen Gruppe, die rauchend und erzählend vor einem der Gebäude steht.

Ich trete ein und stehe vor einem riesigen Stahlkessel, der in der Decke verschwindet. "Der Künstler wohnt über dem Atelier" klärt mich einer der Gäste auf. "Die andere Hälfte des Kessels steht in seinem Wohnzimmer." Hier werden Träume wahr. 130 Kubikmeter Stauraum. Im Wohnzimmer. Ich sehe ihn mit einem Schweißbrenner vor mir - breitbeinig vor dem Stahlkessel - auf seinem T-Shirt der Aufdruck: "Nie wieder aufräumen".

Um 22:00 Uhr treten wir auf. In vielerlei Hinsicht ein Premierenabend. Wir stehen zum ersten Mal mit Martina auf der Bühne, die sich darauf mit wohltuhender Sicherheit bewegt. Unter den vier geplanten Liedern führen wir zwei zum ersten Mal auf - "Dat Wasser vun Kölle" und "Das Dirndl". Letzteres ist zugleich auch Bernhards erstes Solo. Alles läuft glatt. Nach dem Auftritt spricht mich eine junge Dame an: "Ihr wart wirklich klasse. Habt ihr das geübt?" ... Ich schmunzel ... Rhetorik führt manchmal in semantische Abgründe.

Mitternacht - inzwischen ist es in allen anderen Gebäuden still und dunkel. Tief atme ich noch einmal diese Welt ein und gehe langsam zurück zu meinem Wagen.

Samstag, 25. Januar 2014

Martina Erd neuer Sopran bei Alpenlounge


Martina Erd
"Habemus sopranum!" - Weißer Qualm entsteigt Bernds Zigarette und zufrieden schließen wir das Casting ab.

Martina Erd steht von nun an mit uns auf der Bühne. Die 29 Jahre junge Ravensburgerin hat eine abgeschlossene Ausbildung als Musical-Darstellerin und ist an der Abraxas Musical Akademie in München Dozentin für Deutsch und Chorgesang. - Bernd und Martina - zwei Allgäuer - das wird noch spannend. "Ma wird z'fria alt und z'spät gscheit" "Ajo, die Zitt verrinnt. Geaschtig isch no Wintr gsi. Heit is scho Frieling ..." Wir werden in den Proben Untertitel brauchen.

Insgesamt war das Casting ausgesprochen spannend. Und natürlich hatten wir auch unsere persönliche Mrs. Bean, die konsequent in einer anderen Tonart sang als wir - in einem eigenen Tempo - und an den irritierendsten Stellen einsetzte. Also eigentlich sang sie plötzlich einfach los. Statt in die engste kam sie so immerhin in die Ängstewahl. Aber neben diesen lustigen waren da auch die vielen schönen Momente. Die interessanten Geschichten, die Spannung wer als nächstes durch die Türe kommt und dann der Augenblick, in dem wir einfach die Stimmen haben ineinander fließen lassen. - Danke noch einmal an alle Bewerberinnen. Wir wissen wie viel Zeit und Leidenschaft ihr in die Vorbereitung investiert habt. Es war toll, Euch kennen gelernt und mit Euch gesungen zu haben.

Martina, Cordula, Bernhard, Bernd und ich werden zukünftig als Quintett das Kleinkunst-Programm von Alpenlounge bestreiten. Darüber hinaus schreiben wir an einem sechs stimmigen Programm bei dem auch Steffi wieder mit auf der Bühne stehen wird. Verraten sei nur soviel - es wird sich deutlich von dem Kleinkunst-Programm abheben.




Mittwoch, 11. Dezember 2013

Geburtstag in Gauting

"Wo seid ihr?" fragt Steffi verzweifelt am Handy. "Die Adresse stimmt, aber der Name nicht." Eine kurze Rücksprache mit der Gastgeberin klärt die Situation auf. In ihrer Gemeinde gibt es den Straßennamen mehrfach - inkl. derselben Hausnummern. Spannend. Hier setzt die Post die Boten ein, die einen Aufhebungsvertrag abgelehnt haben.

Es dauert nur wenige Minuten, dann ist Steffi bei uns. Es wird ihr letzter Auftritt im Quintett. Und nach ihrem "I g'här do hie" sagt sie beim Einsingen leise "Au Mann ..." Es ist ein besonderer Abend.

Beim Auftritt ist von der Melancholie nichts zu spüren. Er macht wie immer Spaß. Heute treten wir übrigens auf Wunsch der Gastgeber in Trachten auf. Die Damen unter den Gästen haben bei "Es ist doch gar nicht so schwer" ihre Freude an der treffenden Beschreibung ihrer Gatten. Die Ehemänner sind für die Klarstellung dankbar, dass es sich bei den besungenen Eigenschaften nicht um persönliche Defizite, sondern um genetisch verankerte Verhaltensmuster handelt, auf die sie keinen Einfluss haben. Nach dem Auftritt bieten die Gastgeber uns an, weiter mitzufeiern und wir tanzen mit ihnen noch bis in die Morgenstunden auf gute alte Motown-Hits.

2013 - was für ein Jahr ... endlich die richtigen Sänger, um loslegen zu können, tolle neue Lieder, wunderschöne Auftritte mit wahnsinnig netten Auftraggebern. - Eine der schönsten Seiten der Kunst ist, dass sie einen mit so vielen interessanten Menschen zusammen führt.

Jetzt bin ich auf 2014 gespannt. Im Januar werden wir für den Sopran sechs tolle Bewerberinnen casten. Im Sommer soll das erste Konzert statt finden. Und dazwischen werden wir zwei, drei Lieder aufnehmen und vielleicht auch Videos drehen. Ich freue mich schon darauf.



Mittwoch, 20. November 2013

Neuer Song: Ode an das Single-Dasein

"Wir können ja Freunde bleiben." Das ist als wenn der Hund stirbt und man gesagt bekommt, dass man ihn behalten darf.

Und so kaufe ich ein A und löse "GLÜCKLICH"






Ode an das Single-Dasein
(Text & Musik: Guido Vincent von Weber)

Ref. Bei der Bigamie ist eine Frau zuviel im Spiel.
Die Monogamie unterscheidet davon nicht viel.
Warum sollte ein Mann der sorgenfrei lebt,
daran etwas ändern wenn's auch anders geht?

1. Denn in der Ehe ist's wie im Lokal.
Man denkt man hätte das beste Menü und sieht dann des Nachbarn Wahl.
Dabei tun Frau'n für ihr Äußeres Dinge,
für die ein Gebrauchtwagenhändler in's Gefängnis ginge.

Ref.

2. Neulich las ich in der Zeitung, dass ein Mann viel länger lebt
wenn an seiner Seite eine bess're Hälfte steht.
Wer nun glaubt, dass das stimmt, ist ein großer Tor.
Er lebt so lang wie ohne Frau. Es kommt ihm nur länger vor.

Ref.

Montag, 11. November 2013

Steffi wird Pfarrerin für Kindergottesdienst in Bayern

Steffi auf der Arbeit
Als Steffi sich bei Alpenlounge bewarb war sie noch Professorin für Theologie. - Wie spannend, jemand mit einem professionellen Zugang zur Erbsünde, dachte ich mir und lud sie ein. 14 Tage später stand sie vor mir. Eine smarte, schlagfertige, charmante und vor allem sehr gute Sängerin, die für das Casting eigens aus Fürth angereist war.

Nun sind wir ein halbes Jahr weiter. In der Zeit haben wir das Ensemble komplettiert, sie hat mit „Mach das Herz weit auf“, „Komm du mir nur nach Haus“ und „Über jede Mauer“ drei wundervolle Songtexte geschrieben und stand fünf Mal mit Alpenlounge auf der Bühne. Was für sechs Monate!

Doch das Leben wäre kein Abenteuer, würde es nicht mit überraschenden Wendungen aufwarten. Und so entschied sich Steffi, von der Wissenschaft in die Kirche zu wechseln.

Ich gestehe ein, dass ich das im ersten Moment wenig euphorisch aufgenommen habe. Ihr Bedürfnis seelsorgerisch tätig zu werden, hätte sie auch innerhalb von Alpenlounge ausleben können. Denn wenn es eine Seele gibt, um die man sich Sorgen machen muss, dann   -   Bernds. Scherz. Er ist eher als beseelte Sorge ein Fall für Seelsorger.

Im zweiten Moment musste ich mir eingestehen, dass Steffi tatsächlich zu den besonderen Menschen gehört, die beide Welten - den Elfenbeinturm und die Südtribüne - in sich vereinen. Sie ist der perfekte Wandler zwischen abstrakten Denkmodellen, hervorgebracht in 10.000 Meter Höhe und dem konkreten Einzelproblem beim Strafstoß.

Im dritten Moment wurde aber auch klar, dass die Fortentwicklung von Alpenlounge wöchentliche Proben erfordert, Steffi in ihrem neuen Beruf unmöglich so oft nach München kommen kann und niemand bei Alpenlounge die Besetzung ändern will.

Ich sag' mal: hätte der liebe Gott gewollt, dass wir bei jedem Problem den Kopf in den Sand stecken, dann hätte er das am sechsten Tag irgendwie noch unter bekommen ... die Lösung also nun im nächsten Blog.

Dienstag, 5. November 2013

Kick-off bei Iveco

Iveco (Industrial Vehicles Corporation) erweitert sein Portfolio um eine Bus-Sparte. Genau den bräuchten wir, um bequem nach Ulm zu gelangen, wo das Kick-off statt findet. Statt dessen haben wir uns für ein Auto entschieden und waren davon überzeugt, dass 2,5 Stunden für eine entspannte Fahrt in das 160 Kilometer entfernte Ulm ausreichen.

Wir treffen uns in Schwabing und als wir nach 30-minütigem Stop-and-Go noch immer nicht die Münchner Stadtgrenze erreichen, stellen wir fest, dass das Fahrzeug unter den gegebenen Bedingungen als Transportmittel vollkommen nutzlos ist. Eine wenig überraschende Erkenntnis, da es auch kein Nutzfahrzeug ist. Die Dinge werden klarer, wenn man sich erst einmal damit beschäftigt.

In mir regt sich verhalten der Optimismus, wir könnten es durch wundersame Fügungen entgegen aller Wahrscheinlichkeit noch pünktlich schaffen. Aber das Navi aktualisiert gnadenlos die Ankunftszeit und pulverisiert dieses Gefühl noch in dem Moment, in dem es entsteht. Gebannt beobachte ich die errechnete Ankunft. Und als sie die geplante Uhrzeit für das Einsingen überschreitet rufen wir Steffi an, die erwartungsgemäß entspannt und mit viel Humor reagiert. Wir fahren mit 10 Km/h auf die A8 und halten die bis zum Horizont aufgereihten roten Punkte für erste Anzeichen eines Geschwindigkeitsrausches. Bei Augsburg zeigt uns das Navi schließlich an, dass wir auch die geplante Uhrzeit für den Auftritt nicht einhalten werden. Nun rufen wir die verantwortliche Eventmanagerin an, die, diesmal entgegen unserer Erwartung, genauso entspannt und humorvoll reagiert.

Mit einer halben Stunde Verspätung stehen wir umgezogen und eingesungen bereit als der erste Gang gerade abgedeckt wird. Was wollen wir mehr? Und als wäre es für diesen Abend geschrieben worden, singen wir bei perfekten akkustischen Verhältnissen zum ersten Mal "Mach das Herz weit auf".

... Zu viele Sorgen, grübel doch morgen. Nimm dir was vor: nimm's mit Humor.Ein Kopf voller Pläne, der bringt dir nicht viel. Mach das Herz weit auf, so geht es auch zum Ziel ...

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