Samstag, 28. Januar 2017

Allotria und Galgenbrüder

Wenn wir auf einem Geburtstag auftreten sind wir in aller Regel der musikalische Akzent des Abends. Heute wird das anders. Wir eröffnen den runden Geburtstag eines Musikers, gefolgt von weiteren "unvermeidbaren Beiträgen", wie er es im Vorfeld formulierte.

Die Festspielleitung des Abends liegt fest in der Hand seiner Frau und es folgt ein Rausch an Darbietungen, der bis in die Morgenstunden anhält. - Bei einem guten Tropfen Nero d'Avola lehne ich mich entspannt zurück und folge aufmerksam den Beiträgen. Es wird überwiegend Klassik vorgetragen - vor allem Brahms - und ich bekomme Gänsehaut als mir auffällt wie viele Lippen sich stumm bewegen und still mitsingen.

Später folgen Couplets und plötzlich fordert eine junge Dame das Geburtstagskind zum Tango auf. Ein Pianist spielt beherzt zum Tanz auf und wie man die zwei im Hintergrund tanzen sieht, stellt sich ein Herr neben das Klavier und besingt sehr humorvoll die Tanzkunst des Gastgebers. Große Kunst, perfekt inszeniert und an Komik kaum zu überbieten.

Und schließlich treten die Sixtonics auf. Vor einem Jahr hat sich das Ensemble aufgelöst. Für diesen einen Abend sind sie wieder zusammen gekommen, umrahmen den Gastgeber und lassen die Comedian Harmonists noch ein letztes Mal aufleben.

Genau so, denke ich mir, muss es gewesen sein. Damals als sich in München die Allotria traf. Oder als in Berlin die Galgenbrüder zusammen saßen. - Alle machen mit. Und man spürt die Freude an der Kunst, den entspannten Genuss am ernsthaften Vortrag und den Spaß am Unsinn.

Was für ein unglaublich schöner Abend.

Freitag, 16. Dezember 2016

"Die wohl exklusivste Single-Party Deutschlands" ...

... beschreibt die taz unseren nächsten Auftritt. "Auf der Gästeliste stehen die besten Namen aus Adel, Wirtschaft, Kunst und Kultur ... Alles hat Stil und und erinnert so gar nicht an Single-Partys wie man sie bislang kannte. Das A-cappella-Ensemble Alpenlounge sorgt für Stimmung ..."

Und die wird richtig gut. Wir freuen uns schon sehr auf den Auftritt und werden berichten ...

Samstag, 10. Dezember 2016

Ungebremste Freude - das Benefizkonzert in St.-Nikolaus

Tausend Dank an die Besucher des Benefizkonzerts am vergangenen Samstag. Über 2.000,- € konnten wir gemeinsam mit dem Chor Cantamus sowie Judith Gottwald und Susanne Schumacher an Orgel und Oboe letzten Samstag für die Murnauer St.-Nikolaus-Kirche ersingen.

"Ungebremste Freude" titelt der Münchner Merkur über das Konzert.

" ... Im Mittelpunkt des Konzerts stand das Vokalensemble Alpenlounge ... Seine Arrangements schreibt sich das Ensemble am liebsten selbst, damit sie optimal passen auf die Fähigkeiten und Vorlieben der fünf Sänger. Heraus kommen dabei jazzige, entspannte Nummern - Lounge-Musik im besten Sinne, die in hiesigen Kirchen allerdings eher selten zu hören ist. Dabei passen diese Klänge gerade in die Adventszeit, in der es darum geht, einmal loszulassen, zu entspannen und in sich hinein zu lauschen, sehr gut. Und dass man dabei kein Vergnügen haben darf, steht ja nirgends geschrieben, denn vergnüglich sind die Nummern von Alpenlounge allemal. Ob sie nun "Adeste fideles" verjazzen oder "Leise rieselt der Schnee" so gechillt vortragen, als schwebten sie selbst auf den weißen Flocken.

(...)

Dann war nochmals Alpenlounge am Zuge und präsentierte drei neue Arrangements bekannter Klassiker: "Alle Jahre wieder" rückte den leichten, hellen Sopran Stefanie Webers in den Vordergrund, "O Tannenbaum" begann geradezu meditativ, um dann loszuswingen. Am eindrucksvollsten geriet der "Andachtsjodler", der unglaublich zart begann und tatsächliche Andacht aufkommen ließ, ehe auch hier die ungebremste Freude losbrach ..."

Münchner Merkur, 5.12.2016

Mittwoch, 24. August 2016

Neuer Song: Kalte, weiße Weihnacht

Endlich wird's Sommer und ich komme mit einem Weihnachts-lied daher ...

Das letzte Jahr haben wir vor allem damit verbracht traditio-nelle Weihnachtslieder in ein jazziges Gewandt zu bringen. Dabei haben wir ganz eng mit vielen atemberaubenden Ar-rangeuren zusammen gearbei-tet wie Massimiliano Rocchetta, Michael Gundlach, Eric Willy oder Oliver Gies.

Zumindest ein eigenes Lied wollten wir zum Programm dann doch beisteuern.

Kalte, weiße Weihnacht
(Text und Musik: Guido Vincent von Weber)

Eine kalte, weiße Weihnacht und ich bin fort von daheim,
wo Weihnachtsbäume strahlen. Und niemand ist allein.
Und ich weiß, mein Liebling hält meine Hand im Traum,
so einsam wie ich es bin, unter unser'm Weihnachtsbaum.

Lächel, lächel mein Liebling, lächel zart im Kerzenschein.
In unser'n Herzen sind wir zusammen, und wir werden's immer sein.
Lächel, lächel mein Liebling, schau nur raus, wie weihnachtlich.
Der Himmel weint, Flocken fall'n für dich und mich.

Die Glocken läuten, Jubellieder klingen empor.
Nur ich schicke Tränen an das Himmelstor.

Bitte schau' nach vorn, zum letzten Mal sind wir allein,
denn von jetzt in alle Zukunft werd' ich immer bei dir sein.
Wir werden lachen, glücklich feiern, Hand in Hand jedes Weihnachtsfest.
Darum wein' nicht um's Heute, wenn dich das Morgen lächeln lässt.

Die Glocken läuten, alle feiern nach altem Brauch.
Und in unser'n Herzen tun wir das auch.

Wir werden lachen, glücklich feiern, Hand in Hand jedes Weihnachtsfest.
Darum wein' nicht um's Heute, wenn dich das Morgen lächeln lässt.



http://www.alpenlounge.eu
https://www.facebook.com/alpenloungemusic

Samstag, 30. Juli 2016

Wir heiraten!

Es ist ein alter Musikerwitz, dass nahezu alle Opern aus folgender Kernhandlung bestehen: Der Tenor will mit dem Sopran ins Bett, der Bass will dies verhindern währenddessen der Bariton unbemerkt etwas mit dem Alt anfängt ... Als traditionsbewusste Sänger inszenieren wir unsere Auftritte natürlich auch so. Nur ist dies bei uns nun nicht ohne Folgen geblieben. Und so wir feiern unsere erste Alpenlounge-Hochzeit.




















Achtung Spoiler!

Noch vor wenigen Jahren hätte Bernd bei jedem Kreuzworträtsel auf die Frage nach dem Lebensende mit drei Buchstaben "Ehe" eingetragen. Er hätte sie als Akronym der lateinischen Redensart "Errare human est" definiert und darauf hingewiesen, dass das Konzept einer lebenslangen Bindung aus einer Zeit stammt, in der die Menschen nur 30 Jahre alt wurden. Auch unser Lied, die "Ode an das Single-Dasein" wartet - zugegebenermaßen seit drei Jahren - lediglich auf den letzten Arrangement-Schliff, um es endlich auf die Bühne zu schaffen.

Doch dann kam Steffi ... bezeichnenderweise, um auf einer Beerdigung zu singen ... und zog einen Schlussstrich unter diese Zeit.

Dieser literarisch oft als romantisch verklärte Moment, in dem ein Helles mit Landjäger und Semmel die Legitimation zum vollwertigen Abendessen verliert, der Moment in dem sich der wilde Imperativ "Geh, ehe Licht" verflüchtigt zum zahmen Partizip 2 "geehelicht" steht nun kurz bevor.

Lasst ihn uns feiern!


Donnerstag, 14. Juli 2016

Wir sehen uns wieder ...

Martin Weber (1971-2016)
Worte fallen einem manchmal sehr schwer - wenn einen das Gefühl nicht verlässt, dass sie doch nicht ausdrücken, was man empfindet. Egal wie sehr man auch nach ihnen sucht ...

Er stand mit seiner Gitarre auf Parties und kommentierte singend das Geschehen - den ganzen Abend. Ein vollkommen neues Genre der Stand-up Comedy.

"Du musst die Lieder in Dich aufsaugen" sagte er mir einmal. Und so saß er auch auf unseren Konzerten - das letzte Mal auf dem Weihnachts-konzert im Künstlerhaus - mit geschlossenen Augen in der ersten Reihe und lächelte.

Er war durch und durch Musik. Wo andere einen Spruch machten, schob er ein Lied raus. Spontan, unorthodox. Musik war bei ihm keine Kunstform, sondern seine Lebensweise. Er war eine Schallwelle, die durch eine Fügung der Natur mit der Fähigkeit zum Stoffwechsel ausgestattet wurde.

Letzte Woche stand er vor dem Proberaum, unangekündigt. Man sah ihm an, dass es ihm sehr schlecht ging. Er wolle uns noch einmal hören und sich verabschieden ...

Martin, Du wirst uns fehlen. Vorerst. Bis wir uns wiedersehen. Und bis dahin achte ich darauf, ob ich dich höre. Du bleibst eine Schallwelle. Du hast nur den Stoffwechsel abgelegt.

Sonntag, 3. Juli 2016

60 Jahre Murnau Club - Das Debut

Murnau - diesmal habe ich darauf geachtet, dass ich das Haus mit vollem Tank verlasse. Gebucht waren wir zu dem Jubiläum: "60 Jahre Murnau Club". Gegründet, um zwischen den Murnauern und den Amerikanern ein Forum zu schaffen, einen Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches.

Inzwischen befinden sich keine Amerikaner mehr im Club, was die Vereinstätigkeit jedoch nicht stört, gilt Amerika, eine Stadt in Mittelsachsen, inzwischen doch als kulturell voll integriert ...

... nein ... nochmal ...

Amerikaner befinden sich nicht mehr im Club, seit sie Murnau 1961 mit Schließung der Pionierschule "Kimbro-Barracks" verließen. Geblieben ist die Tradition, sich regelmäßig zu kulturellen Anlässen zu treffen. - Der perfekte Rahmen für unser Debut mit Pauline.

Wir wechseln uns mit Heinz Müller, Schauspieler am Thurmtheater Regensburg ab, der Auszüge aus Werken von Ödön von Horváth, Martin Walser oder Hanns-Josef Orhteil vorträgt. Er ist faszinierend. Sähe ich ihn nicht lesen, ich wäre davon überzeugt, ihm fielen die Geschichten gerade spontan ein.

Das Publikum klatscht begeistert, er lächelt, nickt kurz und setzt sich. Wir sind wieder dran. Zwei Blicke und es geht los. Als ob wir schon immer gemeinsam gesungen hätten, stehen wir am Bühnenrand... Es macht unheimlich Spaß, vor und auf der Bühne und so feiern wir auch anschließend, wie so oft, nach unserem Auftritt gemeinsam mit unseren Gastgebern weiter.

Um kurz nach eins stehen wir in der stillen, romantischen Innenstadt Murnaus. Es nieselt leicht und wie die Tropfen uns aus der Dunkelheit benetzen durchdringt ein leiser metallischer Ton die Nacht. Bernhard steckt die Pitch Pipe lächelnd wieder ein und - den schlafenden Murnauern schulde ich eine Entschuldigung - "Dies ist die Stunde" hallt durch die stillen Straßen bevor wir uns auf den Weg nach Hause machen.

Facebook-Kommentar von Jac-Peter Tölkes:
"Herzlichen Dank für den klasse Auftritt gestern Abend! Sehr schöne Musik, wunderbare Stimmen, geist- und humorvolle Texte und Überleitungen. Ein wahrer Genuss. Vergilt's Gott. - Ich freue mich schon auf den 19.11.2016 im Griesbräu zu Murnau."